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Samstag, 11. Februar 2012

Insolvenzantrag: Jahnke in Turbulenzen

Jan Kahnke vor dem Firmenlogo: Wie es für Jahnke weitergeht, steht noch nicht fest. Insolvenzantrag Jahnke in Turbulenzen

Noch vor ein paar Tagen hinterließ Geschäftsführer Jan Jahnke auf der imm cologne einen positiven Eindruck. Die Standfläche war mit mehr Dramaturgie als in den Vorjahren bespielt und auch einige schicke Neuheiten hatten die Trittauer mitgebracht. Doch offenbar lautete die Devise: Gute Miene zum bösen Spiel. Denn gestern kam die Schocknachricht aus dem Hamburger Umland. Das Amtsgericht Reinbek bestellte gestern die Anwaltskanzlei Münzel & Böhm zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Traditionsunternehmens, das seit 1966 besteht.

Was ist passiert? Stetig haben sich Jan Jahnke und sein Vertriebsteam für größere und professionellere Mediamöbel-Flächen im Handel stark gemacht und dafür auch entsprechende Konzepte geliefert. Doch die Partner ließen die gewünschte Konsequenz in der Umsetzung letztlich vermissen. So lief die Vermarktung zu häufig noch über Einzelmöbel.

Jahnke ist mit Office-, Media- und Computermöbeln heute sehr breit aufgestellt und spielt dabei die gesamte Preisklaviatur. Beispiel Media-Möbel: Für den Preisunterbau führte das Unternehmen die Submarke "Cuuba by Jahnke" ein, in der Mitte verläuft die Vermarktungsschiene "Media" und im Hochwertsegment liegt "Media Living".

Ein zu großer Spagat? Insbesondere im hochpreisigen Segment hatte Jahnke schon 2009 mit Problemen in der Fertigung zu kämpfen: In einer Werbeanzeige hieß es damals: "Die Entscheidung, innovative und hochwertige Media-Möbel einzuführen, war der Startschuss für eine ungeahnte Nachfragewelle. Diese war so immens, dass sie sogar zu Lieferengpässen führte." Dennoch lautete die Vorgabe, zum Komplettanbieter in den eigenen Produktbereichen zu werden. Schließlich war dafür extra die Fertigung umgestellt worden. Seit 2009 wurde zweigleisig produziert - von der Großserienfertigung bis zur Losgröße eins.

Natürlich machen auch die aktuellen Rohstoffpreise dem Unternehmen zu schaffen und wer stark auf Qualität achtet, kann nicht ohne Weiteres den Anbieter wechseln. Das Glas kam mitunter aus Venedig und das Holz wurde aus nachhaltig bewirtschafteten deutschen Wäldern beschafft. Das drückte in den vergangenen Jahren empfindlich aufs Ergebnis. Dennoch hielt sich Jahnke mit Preiserhöhungen zurück. Im Nachhinein ein Fehler?

Darüber hinaus machte eine Exportquote von nahezu 35 Prozent Jahnke das Leben schwer. Denn die Exportmärkte der Trittauer schwächelten. Das konnte auch die gute deutsche Möbelkonjunktur nicht auffangen.

Insgesamt hatte Jahnke also sowohl mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen als auch mit den eigenen hohen Ansprüchen. Wie es für Jahnke weitergeht, lesen Sie demnächst auf moebelkultur.de.


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